29. September, 21:26

Flashback: "Die SPD braucht eine zweite große Niederlage"

Robert Misik

Autor Robert Misik schrieb am 9. September im Böll-Blog:

 

Blickt man sich ein bisschen die Geschichte der Parteiendemokratie an, dann fällt auf: Es ist oft so, dass eine Partei zweimal abgewählt werden muss, bis sie einen Kurswechsel vollzieht. Bei der ersten Abwahl geht die geschlagene Spitzenfigur ab und meist übernehmen dann die Leute aus dessen zweiter Reihe das Ruder. Aber sie repräsentieren natürlich alles das, wofür die Spitzenfigur abgewählt wurde. Neuer Schwung ist von ihnen nicht zu erwarten. Dann kriegen sie eine auf den Kopf und erst dann ist ein wirklicher Neubeginn möglich. Nach Schröders Wahlniederlage von 2005 wird wohl am 27. September die Steinmeier-Müntefering-SPD diesen zweiten Schlag erhalten. Und ich kennen viele Leute, die sagen: Es kann erst besser werden, wenn die weg sind. Langsam sollte man beginnen, sich mit der Frage zu beschäftigen, wer am 28. September denn die SPD übernehmen könnte. Andrea Nahles? Oder einer von diesen Buben, die ich nicht unterscheiden kann?

 

(Posted by Admin)

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Comments

Von Karl Bold ,  30. September, 08:15

Mir ist keine Rede eines Grünen bekannt, wo mehr Kinder kriegen und weniger Selbstverwirklichung verlangt wird. Aber die DINKS (Doppelverdiener ohne Kinder) sind zum Vergleichsmaßstaß für den Wohlstand in Deutschland geworden.

Die gefühlte Armut ist oftmals gar keine. Nur sind Wuffi und BMW 1er Cabrio billiger als Kinder, die tunlichst nicht durch strenge und anstrengende Erziehung "traumatisiert" werden dürfen.

Sorry, Ihr seid Weicheicher.

Die Kleingärten dienten in den 1950er Jahren der Selbstversorgung mit Äpfeln, Birnen, Tomaten und Kopfsalat. Eure Guerillagärten dagegen dienen nur der Aufhübschung mit Lavendelduft.

Verwöhnt.

Von (admin) ,  30. September, 10:32

richtig passen tut das nicht, oder dient das der verteidigung der sozialdemokratie?

Von Karl Bold ,  3. October, 14:07

Stimmt. Auf den Blick passt es wirklich nicht.

Die Sozialdemokraten wurden abgewählt, weil sie 1. "regierungsverbraucht" waren und 2. nicht mehr glaubwürdig eine Verbesserung der Lebensumstände ihre Wählerschaft stehen konnten.

Mit Leiharbeit und Hartz IV hat die SPD wesentlich zur Verunsicherung von Berufstätigen mit kleineren und mittleren Einkommen beitragen. Die Verbitterung trägt offensichtlich tiefe Wunden bei der Wähleschaft und hat die Partei fast selber an das Existenzminimun gebracht.

Auf der anderen Seite geht es trozt Massenarbeitslosigkeit und stagnierender Reallöhne immer noch vielen Menschen besser als in den 1960er und 1970er Jahren.

Woher kommt also die Unzufriedenheit in Deutschland und hängt diese möglicherweise nicht auch mit dem Hervorkommen individualisierter Lebensstile zusammen, wofür die Grünen als Linksliberale genauso prototypisch stehen wie die Youppies aus dem FDP-Umfeld.

Von 30jährigen Festangestellten höre ich regelmäßig, dass ihnen ein zweites Kind zu teuer wäre. Sie nehmen dabei aber nicht das Einkommen ihrer Eltern zum Maßstab, sondern die Konsummöglichkeiten von Kinderlosen. Da wird man sich immer arm fühlen müssen.

Haben die Grünen an diesem Gefühl der Unzufriedenheit nicht auch ihren Anteil?

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