25. September, 10:31

Klarmachen zum Kentern. Die Piratenpartei-Leseliste, Folge 6 + 7

Administrator

Je näher der Wahltermin rückt, umso ernsthafter wird die Auseinandersetzung mit der Piratenpartei. Es gibt zwar immer noch viel Schwärmerei im politischen Raum, aber dumm ist der Schwarm nicht.  Nachstehend eine kritische Leseliste für diejenigen, die nicht ständig Blogs verfolgen und Tweets lesen, teils mit vielen Links.

 

26., 27.9.

Nix neues mehr von den Analysten und Analytikern – es scheint alles gesagt zu sein. Aber Recht hat Hal Faber: Wenn das Wahlgetöse verklingt, werden die Brillen geputzt.

 

24., 25.9.

FTD:  schon nostalgisch

Tipps für Piratensympathisanten in Ba-Wü

F!XMBR: keine Wahlempfehlung

 

Link des Tages: 44,6 % der Dresdner-Bank-Mitarbeiter sollen Piraten wählen wollen. Hunderte begeisterter Tweets von PiPa-Sympathisanten für dieses Ergebnis aus der Pleitebank. PiPa Schleswig-Holstein erklärt das Ergebnis damit, dass den Bankern der Datenschutz so sehr am Herzen liege - und finden das  nicht peinlich. Steuerflüchtlinge, Geldwäscher, rein in die Dresdner Bank und Piratenpartei wählen...

 

 

23., 24. 9.

JungleWorld: Postideologie der Piraten

Spässken

Zeit online Leserinnenartikel: Klarmachen zum Gendern (bietet Material, aber keine erkennbare These)

Frank Lübberding: Den Piraten fehlen Intellektuelle zur Weltbildformung (bietet These, aber kein erkennbares Material)

 

Antiparlamentarische Sprühaktion von letzter Nacht am Piratenhauptkontor oder wie die das nennen. Glücklicherweise ist gegenüber ein Anstreicher, dessen Geschäft auch noch am Sonntag Wahllokal ist. Kommandoerklärung sowie Foto und Kommentar

 

Der Hit des Tages kommt aus dem Forum der Piratenpartei: Thread: Sollen sich Piraten an Hausarbeit beteiligen?

 

22., 23.9.

F!XMBR Update mit der äußerst plausiblen Überlegung, dass 2013 gegen Rot-Rot-Grün eine Koalition aus CDU, FDP und Piratenpartei denkbar ist

Zum Internetminister, den die Piraten fordern (ein lesenswertes Gruselpapier; immer mit der Standardausrede, dass es zu den Einzelheiten keinen Parteibeschluss gebe; es sind ja auch nur noch vier Tage bis zur Wahl): Den Job würden Schäubleschüler sicherlich gerne machen. Gewohnt brav dazu ein "Zeit"-Pro&Contra, in dem das Argument aber wenigstens vorkommt.  SPD-MdB Michael Hartmann, der über Internetsperren auch bei Copyright-Verstößen nachdenkt, hätte dann genau die Behörde, die er braucht. Übrigens ist die gelegentliche Behauptung, das Internet sei technisch so wichtig, dass deswegen erstmals ein Ministerium für eine Technologie geschaffen werden müsste, falsch, es gab auch schon Atomminister.

Spiegelfechter: Welpenschutz?

 

20.-22.9.

Zu Schirrmachers Nerd-Text gibt es nur sehr wenige lesenswerte Reaktionen in den Blogs.

Bölls Wahl09-Blog (Robert Misik)

Perlentaucher (Michael Maier)

Jensscholz

Carta (Robin  Meyer-Lucht)

Viele Piraten sind wohl dankbar, dass jetzt nicht mehr über die Junge Freiheit, sondern über die FAZ gesprochen wird. Besonders klug ist der Aufsatz ihres Parteivorsitzenden Seipenbusch (heute in der FAZ) allerdings nicht, wenn man sich nicht von unerklärten Begriffen wie "fiktionale Dystopie" abschrecken lässt. Wobei das auch noch ein Pleonasmus ist, Dystopie ist immer fiktional. Aber ist ja nur ein journalistischer Text, den Rest erledigt die Pressestelle des Internetministeriums.

 

21., 22.9. Piraten allgemein

Internetundpolitik: Diffus Piratöses zwischen Jubel und Verzweiflung

Fiddleknows: Piraten und ""rechts"" (21.9.)

Zeit online: braver Überblick über die Einwände

 

19.-21.9.

Keimform: Piratenpartei und Nichtprogramm I

Politblogger: Piratenpartei und Nichtprogramm II

Maxiststundent: Piratenpartei und Wahlergebnis

F!XMBR: Spaß mit der Piratenpartei I

Kruppzeuch: Spaß mit der Piratenpartei II

 

älter

taz: Freiheitsbegriff der Piratenpartei

taz: Nachhilfe für Piraten

spiegel online: Ehrlichkeit der Dilettanten

golem.de: Dilettanten II

spreeblick: Dilettanten III

Sundermeier: Politikbegriff der Piraten

mädchenblog: Piraten und Frauen I

zeitrafferin: Piraten und Frauen II

Keimform: Piraten und Frauen III 

fxneumann: Gender und Objektivität

Linkliste Genderdebatte

Lawblog: Lernfähigkeit

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Comments

Von llamaz ,  26. September, 22:44

Wow, da scheint ja bei den Grünen die Angst umzugehen, Stimmen an die Piraten zu verlieren. Tja, liebe Grünen von euch hat man ja zum Thema Grundrechte und Bürgerrechte nicht mehr viel gehört in den letzten Jahren. Selbst Schuld wenn man den Zug verpasst.

Von admin ,  27. September, 08:45

natürlich ist der schutz der bürgerrechte bei den grünen gut aufgehoben. aber genau das ist das problem mit den piraten: wenn es für einen selbst nur noch netzthemen gibt, ist es klar, dass es nach "nicht mehr viel gehört" aussschaut, wenn die grünen auch über steuerpolitik, globalisierung, die finanz- und die ökologische krise reden.

Von llamaz ,  27. September, 09:59

@admin
Also bitte. Der Blog hier ist doch das beste Beispiel. Statt hier eure Positionen zu den Themen der Piratenpartei aufzulisten und mir klar zu machen, warum ich dieses Jahr mein Kreuzchen wieder bei den Grünen anstatt bei den Piraten machen kann, sehe ich hier nur armseliges negative campaigning. Das ist eigentlich etwas was ich eher von der CDU erwartet hätte.

Im übrigen sind Bürgerrechte kein reines Netzthema. Es stört mich nun mal wenn ich weiß, das aufgrund der Speicherung der Handyposition im Zuge der Vorratsdatenspeicherung der Staat genau nachvollziehen kann, wann ich mich in Funkzellen bei welchen Demos aufgehalten habe. Wie soll man denn noch in Ruhe gegen Atomkraft, Sozialabbau und alles andere Demonstrieren wenn man ständig das Gefühl hat überwacht zu werden und die Polizei einem bei jeder Demo eine Kamera vor die Nase hält. Und der Staat die Daten hat um von jeder politischen Gruppierung die wichtigsten Personen rauszufiltern. Da brauch man ja nur nachschauen wer sich an einem bestimmten Datum im Bereich einer bestimmten Funkzelle aufgehalten und zu dieser Zeit überdurchschnittlich viele Anrufe erhalten hat. Oder Leute eingesperrt werden nur weil Sie einmal zu oft "Gentrification" gesagt haben.

Von daher: Erst mal die Demokratie retten, dann können wir wieder über andere Themen diskutieren.

Von admin ,  27. September, 13:10

um himmels willen, das ist doch kein runterbügeln von bürgerrechtsthemen, war auch auf der fsa-demo.

du hast unbedingt recht, dass die unterschiede zwischen grünen und piraten deutlicher herausgearbeitet werden müssen. tatsache ist aber, dass, je genauer man bei den piraten nachliest, man am Ende überhaupt nicht mehr weiß, was eine partei-ansicht oder einzelmeinung ist.

das gilt zB für die genauere diskussion um das urheberrecht, um's google-books-settlement selbst  und über den imho größten unsinn aller zeiten, das internetministerium.

ich fände es sogar in ordnung zu sagen, hinsichtlich des urheberrechts und des GBS ist die diskussion noch in entwicklung (übrigens auch bei den grünen). aber wenn das so ist, muss man eben auch auf die - eklatanten - unzulänglichkeiten bei den piraten hinweisen.

das mag in dieser ballung hier extrem wirken, aber es ist eben als korrektiv gedacht.

Von admin ,  27. September, 13:14

nachtrag: erst demokratie retten, erst danach über wirtschafts- und umweltkrise, iran und welthunger   reden ist nicht dein ernst, oder?

Von llamaz ,  27. September, 13:59

[nachtrag: erst demokratie retten, erst danach über wirtschafts- und umweltkrise, iran und welthunger  reden ist nicht dein ernst, oder]

Doch das ist exakt mein Ernst. Wenn ich sehe wie im Iran Leute für Ihre Freiheit demonstrieren, sich über Dienste wie Twitter und über ihr Handy zu Demonstrationen verabreden und die Iranische Regierung dann Filter aktiviert, die sie von Siemens geliefert bekommen hat, dann wird mir mehr als schlecht. Oder wenn über die Internetzensur in China geschimpft wird - gleichzeitig aber eine Sperrinfrastruktur im eigenen Land errichtet wird.

Wirtschaftskrise, Iran, Welthunger - das sind alles wichtige Themen - deren Lösung auch in der freien Kommunikation über das Internet liegt. Ich bin Unternehmer, kaufe weltweit ein, verkaufe weltweit, muss weltweit kommunizieren. Politische Ideen werden über das Internet weltweit ausgetauscht und diskutiert. Und wenn man die Probleme der Zukunft lösen will muss man erstmal dafür sorgen daß die für die Lösung dieser Probleme zukünftig wichtigste Infrastruktur nicht von technischen Dilettanten gestört und kontrolliert wird - für billige Wahlkampfeffekte und der Illusion eines Gefühles von mehr Sicherheit.

Von (admin) ,  27. September, 15:21

du hast jetzt abgelenkt. iran müsste nach deiner "zuerst-deutsche-demokratie-retten"-these warten, bis schäuble verjagt ist.

dass eine milliarde menschen hungern oder angst vor hunger haben müssen, liegt nicht am internet, sondern an politischen und wirtschaftlichen machtfragen. genau das meine ich: beim welthunger ist der netzaspekt (den es natürlich gibt) nachrangig.

genau das ist einer der wichtigsten gründe, eine thematisch breiter aufgestellte partei zu wählen (bzw. *blick @ uhr) gewählt zu haben.

Von (admin) ,  27. September, 15:34

nein, du lenkst jetz ab in sachen iran. deine thesen oben lautete: erst die deutsche demokratie retten, dann außenpolitik, welthunger und die anderen themen.

welthunger ist ein gutes beispiel für das, was ich meine: da sind digitale fragen nachrangig, deswegen muss man für eine partei stimmen, die breiter aufgestellt ist.

oder (blick @uhr) gewählt haben.

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